Wilde Kost - Essbare Wildpflanzen & alte Gemüsesorten Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker

Essbare Landschaft

„Ron nennt mich die „diebische Landschafterin“; ich selbst würde meine Gartenmethoden eher als opportunistisch bezeichnen. (...) Nebenbei habe ich gelernt, das Land zu lesen, natürliche Abflussysteme oder deren fehlen zu erkennen, Wärmemulden auszunützen, die durch Lage des Landes und die Vegetation bedingt sind, und spezielle Pflanzschulen zu schaffen, indem ich die Natur mit Hilfe von Wällen und Hecken, Zäunen und erhöhten Pflanzkästen imitiere. Meistens mache ich mir zu nutze, was schon da ist.“
(aus „Gartengespräche unter Frauen“ von Carol Graham Chudley u. Dorothy Field)

Stellen Sie sich vor, Sie würden auf der Autobahn spazieren gehen. Es ist entweder heiß und die Sonne knallt oder kalt und windig. Das Auge folgt der Strasse immer geradeaus. Es gibt keine wirklichen Verweilpunkte für den Blick als der immer ferne Horizont. Genau solche Erlebnisse von „Nicht-Teil-sein“ sind typisch für die heutige Landschaftsgestaltung, da meistens funktional-technische Gesichtspunkte die Gestaltung maßgeblich beeinflussen. Wie anders ist das Spazieren in einem alten Park. Bäume unterschiedlichen Alters und Form strukturieren die Landschaft, manche „Lücken“ in der Vegetation geben unerwartete Ausblicke frei. Diese gestalterischen Prinzipien lassen sich auch in einem nur kleinen Garten verwirklichen. Beispiele dafür wären die Sonnenfalle, um das Mikroklima zu verändern oder die Steinmauer, um neue Wachstumsbedingungen zu schaffen.
Nicht nur Nutzpflanzen gehören in einen Garten, das ist an den Bauerngärten aus früherer Zeit zu beobachten. Auch blühende, duftende Pflanzen, die Insekten anlocken und den Betrachtenden erfreuen.

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Das Gedeihen im Garten ist ein Wechselspiel. Die belebenden Kräfte der Natur gilt es zu erhalten und zu unterstützen. Für ein gutes Gelingen im Garten bedarf es der Anpassungsfähigkeit. Vielleicht als Beispiel, wie ein Umgang mit Schnecken auch möglich ist: Im Sommer 2007 haben wir bei den Zucchini nach einmaligem Jäten als sie jung waren, das Unkraut wachsen lassen. Der Ampfer und die Hundskamille haben dominiert. Durch die Kamille sah das Beet schön aus und den Ampfer mochten die Schnecken. Von Ferne sah es nicht nach einem Zucchinibeet aus und der Ertrag war vielleicht geringer. Aber die Schnecken haben weder die Blüten noch die Früchte angefressen. So konnten sehr schöne Früchte geerntet werden. Als es zum Herbst morgens zu feucht wurde und die Zucchiniblätter Mehltau bekamen, haben wir doch das Unkraut rausgeräumt. Mit dem Ergebnis, dass die Schnecken sich auf die Früchte stürzten und großen Schaden verursachten.

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Manches Unkraut kann sehr nützlich sein im Gesamtgefüge. Um dieses Gesamtgefüge geht es. Ein Gefühl dafür zu bekommen, hilft beim Gärtnern. Es ist auch einer der Eckpfeiler der Permakultur. Der Begriff setzt sich aus dem englischen permanent und agriculture zusammen.

Bestimmte „Rezepte“, wie zum Beispiel die Kräuterspirale und auch die Sonnenfalle, sind Klassiker der Permakultur. Doch ein Grundverständnis für das Zusammenspiel der natürlichen Stoffkreisläufe und die nachhaltige Nutzung dieser Kenntnisse, ist nach unserem Verständnis das Wesentliche. Dieses Verständnis entsteht aus der wachen Beobachtung der Natur.

Unvergessen bleibt Jeff Nugent vom SARI aus Nannup in Western Australia, der in aller Ausführlichkeit über die ökologische Unsinnigkeit von Rasen referieren konnte. Es ist eine Verschwendung der natürlichen Ressourcen, auf diesen sog. Grünflächen könnten so viele Menschen Nahrungsmittel produzieren. Mit dem Hintergrund wird der Begriff Essbare Landschaft, der in der Permakultur beheimatet ist, vielleicht noch klarer.

Bei der Gestaltung der Anbauflächen unserer Gärtnerei war uns wichtig, nach den Prinzipien der Permakultur zu arbeiten. Das heißt konkret die natürlichen Stärken der jeweiligen Standorte zu nutzen und die passenden Pflanzen anzusiedeln. Ein maßgeblicher Faktor für das Wachstum der Pflanzen ist das Licht. Da unsere Anbauflächen in die umgehende Landschaft eingebetet sind, ist wichtig die jahreszeitlichen Sonne-Schatten Verhältnisse bei der Planung zu bedenken. Ein weiterer Punkt ist der Boden, seine Beschaffenheit, Fruchtbarkeit und der pH-Wert. Der natürliche Bewuchs, oft auch als das Un-Kraut betitelt, gibt ganz einfachen Aufschluss über die Bodenbeschaffenheit. Auch wir düngen (Pferdemist) unseren Boden, da einige Gemüse mehr Nahrung brauchen. Eine natürliche Möglichkeit den pH-Wert zu steigern, besteht im Spritzen von Schachtelhalmbrühe.

In jeder Saison gibt es neues Verhältnisse. 2006 lag Anfang April noch Schnee und 2007 hatten wir im April über 20 Grad. In jedem Jahr gibt es Neues zu beobachten und auszuprobieren...