Wilde Kost - Essbare Wildpflanzen & alte Gemüsesorten Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker Wilde Kost - Acker

Naturerleben

Die Anbauflächen der Gärtnerei erinnern mehr an einen großen Hausgarten oder eine Essbare Landschaftr. Uns ist der Bezug zwischen Lebensmittel-Produktion und dem Erleben eines Gartens ein große Aufgabe.

Der Garten war und ist schon immer ein besonderer Raum des Menschen. Hier trifft das kulturelle Wissen des Menschen auf das natürliche Wachstum der Pflanzen. Eine harmonische Verbindung erleben wir als einen schönen, entspannenden Garten. Unsere Anbauflächen sind in Harmonie mit ihrer umgebenden Natur entstanden. Da viele Wildkräuter besser auf naturnahem Boden wachsen, gibt es einen fließenden Übergang zum Knick auf der nördlichen Seite und zum angrenzenden Landschaftsschutzgebiet auf der südlichen Seite.

Diese Einbettung eröffnet Räume um ganz konkrete Natur zu erleben. So freuen wir uns jedes Jahr über die Vielzahl an jungen Fröschen und Kröten, die bei uns am Haus und auf dem Acker vorbei wandern. Das kleine Biotop am Waldrand ist ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere, die gerne nasse Füße mögen. Die verschiedenen Libellenarten beehren uns mit ihrem Besuch. Allein die 4 verschiedenen Meisenarten sind eine Freude. Kraniche verirren sich im Frühjahr beim Durchzug auf dem Acker. Es ist nicht immer ganz einfach in so dichter Nachbarschaft mit Wildtieren zu leben. Denn gerade die Hasen und Rehe mögen doch unseren Salat oder die jungen Himbeertriebe sehr gerne.

Die Gärtnerei liegt landschaftlich am Rande der Schleswig-Holsteinischen Schweiz. In Laufnähe sind der Blunker- und der Muggesfelder See gut zu erreichen. Angrenzend an die gärtnerischen Flächen liegt das Tarbeker Moor (vor Ort meist Tensfelder Moor genannt), das jetzt zum Europäischen Flora- und Fauna-Habitat (FFH) gehört. Durch seine frühere Nutzung (Torf- und Kiesabbau) und heutige Renaturierung, ist eine vielfältige Landschaft entstanden. Zwischen den landwirtschaftlich genutzten Flächen und dem Moor sind der feucht schattige Wald am Rand des Moores und die sonnigen Trockenrasen wertvolle Übergänge für Pflanzen und Tiere.

Hier ist es möglich, eine Vielzahl an Lebensformen in ihrer natürlichen Umgebung kennen zu lernen. Der Blick über die Gärtnereigrenzen lohnt sich. Mögliche Angebote:
- Für interessierte Gruppen können pflanzenkundliche Führungen organisiert werden.
- Naturerlebnis-Wanderung, Sinnesschulung, nach Anmeldung
- Je nach Wunsch und Absprache können Führungen und Wanderungen auch auf Unterrichtsinhalte abgestimmt werden.
- In Kombination mit einem Gesunden Frühstück und einer Hof- und Gartenführung (ca. 2 Stunden) kann auch ein Wandertag geplant werden.

Führungen werden nach Zeit und Vorbereitungsaufwand berechnet. Wir bemühen uns gerade für Kindergärten und Schulklassen nicht mehr als 3 Euro pro Kind zu berechnen. Bitte fragen Sie bei konkreten Wünschen in der Gärtnerei an.


Das Tarbeker Moor wird wiederbelebt

Das Tarbeker Moor erholt sich: Über Jahrzehnte wurde es trockengelegt, durch Torfabbau zerstört. Aufstauungen zeigen jetzt erste Erfolge. Durch ein neues Wehr soll der Wasserspiegel weiter steigen, sich moortypischer Bewuchs einstellen.

Blunk - Nur der Hund von Baskerville heulte nicht, als gestern eine Gruppe von Experten aus Verwaltung, Wirtschaft und Naturschutz über dunkelbraune Erde stapfte. Stümpfe abgestorbener Birken ragen aus dem braunen sumpfigen Wasser. Es ist kalt, Binsen, niedrige Sträucher, weit hinten auf den Wasserflächen des Tarbeker Moors hört man das Schreien von aufgeschreckten Vögeln, einige Kraniche schwingen sich in die Höhe.

Hochmoore sind eine in Schleswig-Holstein inzwischen sehr selten gewordene Landschaftsform. Im Tarbeker Moor zwischen Blunk und Tensfeld wird so ein fast verschwundener Moorkörper gerade wiederbelebt. Mit gutem Erfolg bei relativ geringem finanziellen Aufwand (70 000 Euro) für das Land. Das Rezept: Allmählich den Wasserspiegel im früher fast ausgetrockneten Moor wieder erhöhen, quasi den Stopfen in die Badewanne stecken.

In wenigen Tagen werden die letzten Sanierungsarbeiten an dem Moor beendet sein. Dann könne sich das 130 Hektar große Tarbeker Moor - da sind sich die Experten einig - wieder zu einem artenreichen Lebensraum entwickeln. Denn Hochmoore sind alles andere als grau und öde. Der Leiter der Kreisnaturschutzbehörde Thomas Falck erklärte, wie man durch den Bau eines Stauwehrs, die Umwandlung der teilweise verrohrten Tensfelder Au zu einem offenen Fließgewässer und durch weitere Wälle das wunderschöne sumpfige Kleinod, das man hinter den Bäumen an der Landesstraße kaum erahnt, wieder renaturieren kann.

Quasi das Sahnehäubchen dieser Maßnahmen ist der Bau eines Straßendurchlasses an der L 68 zwischen Tensfeld und Blunk. Durch den komfortablen 120 mal 150 Zentimeter großen Tunnel soll der Otter - er wurde mehrfach stromabwärts an der Tensfelder Au gesehen - das Moor für sich entdecken. Vergangene Generationen hatten es immer weiter abgetorft. Erst 1990 wurde die weitere Zerstörung gestoppt, das abfließende Wasser etwas gestaut. Die "Wiedervernässung" dieses braunen Riesen-Schwammes begann. Die Moorvegetation erholte sich fast explosionsartig. Das Torfmoos wuchs wieder, die Birken - Kennzeichen der Austrocknung - sind im Sumpf quasi ertrunken. Moortypische Pflanzen wie Scheidiges Wollgras und Sonnentau kommen wieder. Die Knoblauchkröte ist zu sehen, und viele seltene Libellenarten wurden wieder angetroffen. Die Naturschützer wissen nicht, ob inzwischen auch Kraniche in dem Gebiet brüten. Allesamt Rote-Liste-Arten in dem kreiseigenem Gebiet, das auch in Brüssel als Flora-Fauna-Habitat (FFH) angemeldet wurde.

Trotzdem: "Wir wollen die Leute nicht aussperren", beteuerten die Vertreter von Land- und Kreisnaturschutzbehörden. Nur wenige Naturfreunde wissen - dafür wurde bislang auch nicht groß Werbung gemacht -, dass das wunderschön gelegene Moor an der Landstraße hinter Blunk über die Stichstraße Moorblick erreichbar ist. Als Spaziergänger oder Radfahrer kann man das Moor von einem Rundweg aus gefahrlos erkunden. Nicht empfehlenswert sei es, direkt in das Moorgebiet hineinzugehen. Dabei könnte man Tier- und Pflanzenwelt stören oder auch im Moor verschütt gehen, warnt Falck. Eine Moorleiche wurde aber nie gefunden, versichert Blunks Bürgermeister Detlef Pape. Er muss es wissen: Als Junge half er vor über 40 Jahren mit, wenn Vater in seiner Moor-Parzelle Torf stach. Bis in die Nachkriegszeit verwendeten die Bauern die braune Erde als Einstreu für die Viehställe, später noch als Brennstoff. Gottseidank wurde dabei nicht alles im Tarbeker Moor zerstört. Teilweise soll noch eine elf Meter dicke Torfschicht bestehen. Gut erhaltene Hochmoore fügen sich wie ein gewölbtes Uhrglas in die Landschaft. Sie sind nährstoffarm, leben nur von Regenwasser. Die durch den Torfabbau entstandenen Narben würden auch in Jahrhunderten nicht verschwinden. Hier gehe es vor alle darum, die moorspezifische Flora und Fauna wieder zu ermöglichen, betonte auch Wolf-Dieter Klitzing, Ingenieur für naturnahe Wasserwirtschaft. Weitere 80 Zentimeter solle dazu der Wasserspiegel steigen. Beim Füllen der "Naturwanne" gebe es schon erste Erfolge zu sehen, stellten die Experten fest. In zwei bis drei Jahren habe das Wasser seinen Höchststand wieder erreicht. Dann kann sich wieder ein schauriges Moor entwickeln - eines, dass eines Geisterhundes von Baskerville würdig ist.
Von Wolfgang Glombik , LN